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Wie man mehr Ordnung in sein Leben bringt

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In der heutigen Zeit scheint irgendwie alles zu gehen: Ob zu jeder Zeit an jeden Ort der Welt zu reisen, Steinzeiternährung zu kultivieren oder Kristallografie zu studieren: Die Möglichkeiten scheinen endlos! Gleichzeitig ist es uns meistens selbst überlassen, welchen Lebensstil wir praktizieren, welche Werte wir leben und ob wir  lieber in Berlin oder London leben (oder Tofu der Bratwurst vorziehen). Diese Fülle an Möglichkeiten und die immer komplexer und vernetzter werdende Welt löst bei vielen Menschen unbewusst den Wunsch nach klaren Regeln und Ordnung aus. Gleichzeitig versinken viele im Chaos und können sich nicht dazu durchringen, mehr Ordnung zu halten, oder auch nur den Schrank auszumisten. Tatsächlich lässt sich mit einfachen Verhaltensweisen und Ritualen schon einiges tun, um Ruhe und Ordnung in unser Leben zu bringen. Auch die Produktivität wird so gefördert!

Warum Ordnung so wichtig für uns ist

Ordnung ermöglicht, uns auf das wirklich Wesentliche zu konzentrieren. Wir brauchen sie, um unser inneres Gleichgewicht herzustellen. Besonders Menschen die sich leicht ablenken lassen, profitieren von einem geordneten Schreibtisch. Oftmals sammeln wir im Laufe der Jahre viele unnötige Gegenstände an, die eigentlich schon längst hätten ausrangiert werden müssen. Besonders in unserer Überflussgesellschaft kommt es immer wieder zum Anhäufen unnützer oder gar kaputter Dinge. Wer Zuhause im Chaos versinkt, der hat vermutlich auch mit innerem Chaos zu kämpfen. Selbstverständlich gibt es auch Menschen, denen Unordnung nichts ausmacht. Die meisten jedoch reagieren mit Stress, wenn die Wohnung oder der Schreibtisch permanent unordentlich sind. Ordnung zu halten gibt auch ein Gefühl, etwas geschafft zu haben und beruhigt. Somit sind eine aufgeräumte Wohnung und ein übersichtlicher Schreibtisch, wichtig für unser Wohlbefinden.

Bett machen und Frühaufstehen für den Seelenfrieden

Doch woran liegt es, dass viele Menschen es nicht schaffen, regelmäßig zu putzen und zu entrümpeln? Meistens ist schlicht Zeitmagel schuld. Arbeit und Kindererziehung erfordern einen hohen Zeitaufwand. Auch Hobbys und Unternehmungen stehen in der Prioritätenliste meist ganz oben, wenn es um die Freizeitgestaltung geht. Vielen fällt es schwer, angenehme Tätigkeiten erst einmal warten zu lassen zugunsten von Spülmaschine und Fensterputz. Zudem fordern Stress und Druck im Alltag dazu auf, sich in der hart erkämpften Freizeit lieber mit angenehmen Dingen zu beschäftigen. Wäsche waschen und Staub wischen wirken da nur wenig attraktiv.

Wer dennoch etwas an seinem Putzverhalten ändern möchte, sollte eventuell anfangen, kleine Rituale in seinen Alltag einzubauen. Besonders beliebt und wirkungsvoll ist das morgendliche Bett-machen, direkt nach dem Aufstehen. Der ehemalige Offizier und Autor des Buches Mach dein Bett! William McRaven schwört drauf und viele Menschen machen es ihm nach. Durch das Ritual entwickle man ein Gefühl für Ordnung und Struktur und fühle sich dazu ermutigt, den weiteren Tagesablauf genauso zu gestalten, so McRaven.

Überhaupt ist es wichtig, einige Rituale und “Regeln” festzulegen. Das kann das Aufstehen um 5 oder 6 Uhr früh an wenigstens 3 Tagen in der Woche sein, um den Morgen mit Sport, Arbeiten oder anderen wichtigen Aufgaben zu verbringen. Oder die Gewohnheit jeden Abend alles für den nächsten Tag vorzubereiten. Haben wir bestimmte Rituale verinnerlicht, kostet es uns keine Anstrengung mehr, sie auszuführen. Unser Energielevel bleibt stetig hoch und wir haben genug Disziplin übrig, um uns anderen wichtigen Aufgaben zu widmen. Denn auch Disziplin nimmt im Laufe des Tages ab und ist gegen Abend hin meist auf dem Tiefpunkt: Mussten wir uns den ganzen Tag zusammenreißen und Leistung bringen, kostet uns das unglaublich viel Energie. Gegen Abend pfeifen die meisten Menschen daher auf gute Vorsätze und die Erledigung wichtiger Aufgaben (Hallo Netflix und Käsesahne-Nudeln! 😊)

Aufräumen und Ausmisten Schritt für Schritt

Um dem Chaos endlich den Kampf anzusagen, sollte man mit kleinen Schritten anfangen und sich gedanklich nicht überfordern. Selbst das Entrümpeln einer Schublade kann bereits einen Dopaminrausch verursachen 🙂 Wer erst einmal mit dem Ordnen, Suchen und Sortieren angefangen hat, kommt häufig gar nicht mehr davon weg, weil sich ein “Aufräum-Flow” einstellt. Wenn nicht, reicht es auch, sich für jeden Tag eine Sache vorzunehmen. Hat sich erst einmal die Gewohnheit für das Ordnunghalten eingestellt, wird es nach einer Weile meist zum Selbstläufer und kostet kaum noch Überwindung. Wir sparen also wieder wertvolle Energie, die wir für die Erledigung wichtiger Aufgaben nutzen können.

Putzblockade infolge einer Krankheit

Trotz all der Möglichkeiten, die innere und äußere Ordnung herzustellen, schaffen es viele Menschen nicht, sich aufzuraffen. Dies kann in vielen Fällen auch die Folge von Depressionen oder anderen Krankheiten sein. Auch nicht verarbeitete Verluste können dafür sorgen, dass sich jemand nicht von Dingen trennen, oder sich aufraffen kann, etwas zu tun. Schuldzuweisungen oder gut gemeinte Ratschläge sind hier mehr als Fehl am Platz, denn hier kann nur eine Therapie helfen.

Wann Unordnung sinnvoll ist

Nichtsdestotrotz gibt es einen besonderen Benefit, von dem alle profitieren können, die besonders kreativ sein müssen. Studien an der Carlson School of Management der University of Minnesota haben ergeben, dass ein unaufgeräumter Schreibtisch dazu verleitet, unkonventionelle Problemlösungen und Ideen zu konstruieren. Unordentlichkeit bringt einen dazu, origineller zu denken und zu handeln. Im Gegensatz dazu halten wir in einer ordentlichen Umgebung eher an Normen und Konventionen fest. Menschen, die häufig zu Impulshandlungen neigen, könnten in einem aufgeräumten Heim besser den Versuchungen widerstehen. Wer hingegen mal ein bisschen innovativer und verrückter sein möchte, oder neue Ideen und Inspiration braucht, der ist in einer unordentlichen Umgebung besser aufgehoben. Natürlich heißt das im Umkehrschluss nicht, dass eine Messie-Wohnung das Maximum an Kreativität aus uns herausholt, denn ein Zuviel resultiert fast immer in Stress – so wie bei allem im Leben.

Anne-Marie Schiede
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