Büroeinrichtung

Die Bürogestaltung – Was macht ein gutes Büro aus?

0

Grauer Teppich, graue Wände, graues Mindset. So sieht leider für viele der Büroalltag aus. Ein trist eingerichtetes Büro kann schnell Frustration hervorrufen und eventuell sogar zu Kündigungen führen. Damit es gar nicht erst soweit kommt, muss man eine elementare Frage stellen: Was macht ein gutes Büro aus?

Eins vorweg: drei Plastikpflanzen, ein Kalender mit lustigen Sprüchen und eine Wackelkopf-Figur auf dem Schreibtisch reichen nicht. Aber was ist zu tun, wenn das Arbeitsklima im Büro dem eines Bestattungsinstituts ähnelt? Ganz einfach, man klaut.

Lasst die Silberlöffel liegen. Was ich damit meine ist, dass man schaut, wer innovative Office Spaces hat und was man eventuell davon kopieren und lernen kann. Um euch Denkanstöße und Ideen zu geben, hier einmal ein paar Unternehmen, die Vorreiter in Sachen Bürogestaltung sind.

Case Study: Google Hamburg

Was macht ein gutes Büro aus?
Beispiel eines Arbeitsplatzes bei Google

Blau, rot, gelb, blau, grün, rot – so die Farbgebung des allseits bekannten Google Logos. Und genau in diesen Primärfarben (wir machen eine Ausnahme für dich, Grün) liegt der Charme der ikonisch peppigen Google Büros.

Von einem begehbaren Zug, einem Raum voll mit Matchbox Autos bis hin zu einem stilisierten Schwimmbad und einem Fitnessstudio – das Google Office in Hamburg könnte glatt als Hotel durchgehen.

Dabei ist alles mit knalligen Farben durchzogen oder, nach jeweiligem Gimmick, themenorientiert eingerichtet. Die Folgen davon sind bahnbrechend – die Mitarbeiter haben tatsächlich Spaß an dem was sie tun. Ein Zustand, den leider zu wenig Unternehmen aktiv fördern.

Denn wer es schafft, dass seine Arbeiter morgens aufstehen und es kaum erwarten können ins Büro zu kommen, dem ist Erfolg garantiert. Kaum einer würde schließlich lieber im Bett liegen bleiben, als bezahlt zu werden, um in einem Schaumstoffpool zu fläzen.

Case Study: Zalando Berlin

Wer als Fashion- und Modegigant in Europa gilt, der darf natürlich keine langweiligen Kabinenbüros haben. Für alle Firmen gilt nämlich, dass sich Corporate Identity auch nach Innen spiegeln muss. Zalando macht es genau richtig.

Klare Linien, offene Räume und schrille Highlights – so sieht das Zalando Office in Berlin aus. In dem weitläufigen Bürokomplex ist ausreichend Bewegung notwendig. Und genau so sollte es sein. Sich die Beine zu vertreten hilft nicht nur dem Kreislauf und der Durchblutung, sondern regt auch die Kreativität an und hilft einen klaren Kopf zu bewahren.

Vor allem die Farb-Highlights, die aus dem Bauhaus-esquen Stil herausbrechen dienen als Eye-Catcher um sich kurzzeitig abzulenken und nicht in trostloser Monotonie zu versinken. Hier wirkt alles durchgestyled und modern, so wie es sich für einen Modeseller gehört.

Case Study: HelloFresh Berlin

HelloFresh gilt als die Ikone der sogenannten Meal-Kits – Boxen mit passend zusammengestellten Zutaten, für verschiedene Gerichte zum selber kochen. Ihr Berliner Büro vereint dabei alles, was eine gute Küche ausmacht. Es ist sauber, makellos und aufgeräumt.

Helles Weiß wird hier durchgehend als Stilmittel eingesetzt und wirkt dank offener Räume und dem durchgehend “sauberen Look” alles andere als langweilig.

Apropos Corporate Identity, HelloFresh hat seine eigene Büroküche, inklusive einer Rezeptwand mit allen Meal-Kits, die sie anbieten. Fakt ist, je transparenter und ansprechender die Dienstleistung den Mitarbeitern vor die Augen geführt wird, desto höher ist die Identifikation jedes Einzelnen mit der Branche.

Doch so interessant diese Beispiele auch sind, einer Sache müssen wir uns klar werden.

Nicht jede Firma hat das Budget von Google und Co.

Schockierende Neuigkeit, ich weiß. Themenzimmer, viel Platz und Schnickschnack klingen natürlich ansprechend, aber mal eben 8,500 Quadratmeter anzumieten und dann noch einzurichten wird für 99% aller Konzerne außer Frage stehen. Und das ist völlig okay.

Auch wenn die Unternehmen der vorherigen Beispiele die Mitarbeiterzufriedenheit und Effizienz maximiert haben, ist die Antwort auf die Frage: Was macht ein gutes Büro aus? Eben nicht “möglichst viel Platz” und “teures Design” sondern eine Mischung aus verschiedenen Dingen. Dabei kommt es vor allem auf: Ergonomie, Farbe, Licht, Raumgestaltung und Akustik an. Und diese Aspekte lassen sich auch wunderbar in kleineren Unternehmen passend umsetzen und/oder verbessern.

Aus dem Bett ins Büro – Wohlfühlen und Aufwachen

Wer jetzt nicht unbedingt den Luxus eines Home Office hat, der wird es kennen. Der Wecker klingelt gefühlte zwei Stündchen zu früh, man kuschelt sich nochmal in die Decke und drückt auf schlummern. Bis man sich irgendwann aufrafft, den Schlaf aus den Augen reibt und resigniert denkt: “Ab ins Büro.” Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte: Das sollte nicht unsere tägliche Morgenroutine sein.

Wenn man das Aufstehen schon prokrastiniert, dann wird vermutlich die Gemütlichkeit im Büro fehlen. Vor allem die Sitzgelegenheiten im Büro sollten dabei einen essentiellen Zweck erfüllen. Sie sollten gemütlich genug sein, dass man sich wohlfühlt, aber gleichzeitig so ergonomisch, sodass der Start in den Tag produktiv beginnen kann. Denn wie man sich morgens fühlt, setzt oft den Grundstein für den restlichen Tag.

Ob man nun den Morgen im Büro auf einem Sitzsack, Hocker oder direkt auf dem Bürostuhl beginnt – Hauptsache der Übergang vom Aufwachen zum Produktiv sein wird an die Bedürfnisse des Mitarbeiters angepasst.

Der Tag hört aber nicht Mittags auf, sondern geht weiter und streckt sich oft auch noch unermesslich. Da kommt die Ergonomie ins Spiel. Was morgens noch entspannt und gemütlich ist, kann auf Dauer schnell zu Rückenschmerzen und Verspannungen sorgen. Vor allem in Bürostühle sollte jedes Unternehmen investieren. Denn ein Mitarbeiter mit chronischem “Rücken”, wird das Unternehmen kaum so vertreten können wie einer der glücklich und schmerzfrei arbeitet. Was es bei Bürostühlen zu beachten gibt, erfahrt ihr übrigens hier.

Weg mit Grau und Beige! Bringt Farbe in euer Büro

Ein gutes Büro hat Charakter. Farbe schafft Charakter. Ergo, Büros brauchen Farbe. Raufaser-Weiß, Mausgrau oder ein trauriges Beige sind in dem Fall keine Farben, sie sind Statements der Resignation. Danke für eure Aufmerksamkeit.

Eine der großen Gemeinsamkeiten, die die Beispiele der Büros hatten war, dass sie mit Farben spielen. Sie springen ins Auge, wirken lebendig und bleiben in Erinnerung. Ein interessantes Büro läd förmlich dazu ein kreativ zu werden und den Tag mit Elan durchzupowern.

Drei Farben pro Raum , im Verhältnis 70, 20 und 10 Prozent – das ist die Geheimformel. Die Farben sollen dabei zwar die Mitarbeiter anregen und Akzente setzen, können aber gleichzeitig ein super Mittel sein die Firmenidentität zu stärken. Wer seine Firma auch nach Innen repräsentieren will, der kann im Büro auch mit Logos oder den Firmenfarbe spielen. Hier gilt aber: je subtiler, desto besser. Die Mitarbeiter mit der Corporate Identity zu ersticken sollte natürlich vermieden werden.

„Es werde Licht“ – Gott

Wer noch ewig brummende Doppel-Leuchtstoffröhren (bei denen übrigens immer eine kaputt ist) im Büro hat, der sollte überlegen, ob er in neue Lampen investiert.

Der Trend geht zu LED Lampen im Büro. Die Gründe dafür sind überzeugend. LEDs sind nämlich bis zu 85% stromsparender als Halogenlampen. Und nicht nur das, die Lebensdauer von LED Leuchten beträgt 15.000 bis 50.000 Stunden (das sind 625 bis 2083 Tage aktive Benutzungsdauer).

Nichts schlägt ein Büro, welches von Tageslicht durchflutet wird. Da das aber nicht rund um die Uhr oder je nach Lokalität möglich ist, ist Bürobeleuchtung ebenso elementar wie Stühle und Computer. Nerviges Flackern und steriles, kaltes Licht wirken dabei in keinem Fall einladend oder angenehm. Ganz im Gegenteil. Wer auf Mitarbeiterzufriedenheit baut, der sollte vor allem warmes, indirektes Licht verwenden.

Ob nun Standleuchten, Deckenfluter, Uplights oder Voutenleuchten – was am besten in euer Büro passt, muss selbst entschieden werden. Wichtig ist nur, dass die Lichteinstrahlung indirekt ist und von der Decke oder den Wänden wiedergespiegelt wird. Das ist wichtig, da Lichtflecken und Spiegelungen vor allem auf Monitoren extrem störend sein können und den natürlichen Arbeitsrhythmus hemmen.

Störenfried Lautstärke: Akustik im Büro

Wer in einem Großraumbüro arbeitet, wird wissen was ich meine. In der einen Ecke wird zu laut telefoniert, andere unterhalten sich durch den kompletten Raum und man selbst will nur seine Arbeit fertigkriegen. Das nervt und hemmt nicht nur die Produktivität, sondern nagt auch an der mentalen Belastbarkeit einzelner Mitarbeiter.

Natürlich kann man nicht jeden Mitarbeiter zwingen dazu still zu sein. Austausch ist wichtig und Kommunikation das A und O eines jeden Betriebs. Konzentration und Kommunikation müssen sich aber nicht zwangsläufig abwechseln.

Grundlage dafür ist eine durchdachte Verteilung der Arbeitsplätze. Wer Telefonisten neben Texter setzt, der wird von letzteren keine Höchstleistungen erwarten können, wenn diese den ganzen Tag Telefonate mithören müssen.

Abhilfe bieten oftmals Lärmschutzwände, Pflanzen und generell Geräuschfänger. Oftmals sind Rückzugsmöglichkeiten in anderen Räumen oder eigenen Ecken eine gute Idee um den Mitarbeitern zu ermöglichen den Kopf frei zu kriegen, sich zu bewegen und mit neuem Eifer wieder an den Arbeitsplatz zurückzukommen.

Schafft Platz für Raumgestaltung

Was macht ein gutes Büro aus? Neben all den Dingen die ich aufgezählt habe, vor allem eins – das die Bedürfnisse der Mitarbeiter befriedigt werden. Und diese Bedürfnisse sind vielschichtiger als eine Tasse Kaffee oder eine Raucherpause.

Denn am Ende das Tages sind wir Menschen. Wir brauchen Bewegung, wir brauchen Spaß und wir brauchen eine Umgebung die uns anregt, stimuliert und in der wir uns wohl fühlen.

Ein Arbeitsumfeld sollte dazu einladen sich auszutauschen und Kommunikation und Kreativität zu fördern. Gleichzeitig sollte es Möglichkeiten des ungestörten Arbeitens bieten. Dazu sollte Corporate Identity groß geschrieben werden. Mitarbeiter, die sich dem Unternehmen wirklich zugehörig fühlen, setzen sich auch für das Unternehmen ein. Sei es durch pure Arbeitskraft, Kreativität oder schlichtweg indem sie Spaß an dem haben was sie tun.

Wie seht ihr das Ganze? Ist das Büro ein wichtiger Faktor in der Mitarbeiterzufriedenheit oder ist es in Ordnung auch Abstriche zu machen? Lasst es uns wissen!
Solltet ihr jetzt motiviert sein und seid auf der Suche nach passender Büroeinrichtung? Dann schaut jetzt in unserem Shop vorbei.

Leon Ludwig
Tastentipper, Wortjongleur und allgemein Lebenskünstler.

Worauf ihr beim Bürostuhl-Kauf achten solltet

Vorheriger Artikel

10 lustige Tweets aus dem Büro

Nächster Artikel

Das könnte dich auch interessieren

10 lustige Tweets aus dem Büro

Büros sind Klassenzimmern gar nicht mal so unähnlich. Manchmal glaube ich, dass der einzige Unterschied darin liegt, dass man bezahlt wird um im ...

Kommentare

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.