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Warum wir Hunde lieben- und sie uns!

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Ich bin schon immer mit Hunden und Katzen aufgewachsen. Buffy- ein BordercollieschÀferhundmischling lebte bis zu ihrem Tod bei uns. Und es war immer klar, dass all unsere Tiere Familienmitglieder waren. Ihr Tod war wie der Verlust eines geliebten Menschen.

Klar ist das Thema ambivalent: Wer seine Haustiere liebt, liebt meist trotzdem sein Steak. Ja wir vermeiden es, ĂŒber diese unvorstellbaren Morde nachzudenken oder Ă€ndern unsere Gedanken, solange bis sie wieder in unser Bild passen (vegane ErnĂ€hrung ist natĂŒrlich auch eine Lösung!).

Doch auch in Kulturen, in denen Tiere normalerweise gejagt und gegessen werden, leben Hunde als Teil des Stammes und als nĂŒtzliche Jagdhelfer mit den Menschen dort zusammen. Sie kuscheln und reden mit Ihnen in Sibirien oder der Savanne Afrikas, wie wir mit unseren SchĂ€fis und Dackeln auf der Couch und beim Gassi gehen. Das ist erstaunlich, da sie auch dort nicht als reine Nutztiere gelten. Was machen Haustiere- insbesondere Hunde mit uns? Und was bringt sie dazu, sich an uns zu orientieren und uns als Familienmitglieder zu sehen?

Ko-Evolution: Mensch Hund

Die Hunde DNA ist der Wolf DNA nahezu identisch. Doch der Hund hat verĂ€nderte Eigenschaften und verhĂ€lt sich mitnichten wie ein Wolf. Vielmehr ist es so, dass der Hund zum Menschen gehört, basierend auf der genetischen Ausstattung, die ihn vom Wolf unterscheidet. Er sozialisiert sich mit Menschen automatisch. Das allerdings ist schon bei Welpen zu beobachten, was darauf hindeutet, dass es angeboren ist, dass ein Hund einen Menschen im Verhalten, der Mimik, Gestik und sogar seine GefĂŒhle erkennen, verstehen und letztendlich darauf reagieren kann.

Diese Koevolution begann vor mindestens ca. 15.000 Jahren: Wölfe nÀherten sich den Menschen vermutlich an, um so an Futter zu kommen und deren AbfÀlle zu stibitzen. Doch auch die Menschen schienen Interesse an ihnen zu zeigen: ZunÀchst wurden sie als JÀger und Wachhunde geschÀtzt. Diejenigen Wölfe, welche besonders zutraulich und wenig Àngstlich waren, wurden eher als Begleiter ausgewÀhlt. Je zutraulicher ein Wolf war, desto eher konnte er von den Jagderfolgen profitieren. Auch ein Gen, welches Hunden ermöglicht, StÀrke zu verdauen könnte einen evolutionÀren Vorteil verschafft haben. So konnten die Tiere auch von der pflanzenhaltigen Kost der damaligen Menschen profitieren.

Witzigerweise verhalten sich auch erwachsene Hunde heute noch eher wie verspielte, zutraliche Wolfswelpen. Doch Hundewelpen können im Gegensatz zu heutigen Wolfswelpen bereits kommunikative Hinweise des Menschen verstehen. Dies kann ein Wolfswelpe nicht. Nicht einmal, wenn man ihn von klein auf erzieht. Es ist also einiges passiert in der Entwicklung zwischen Mensch und Hund.

Sie verstehen uns besser als unsere nÀchsten Verwandten

Hunde können unsere Gestik deuten und schaffen es, sich in uns hineinzuversetzen. Sie können Freude, Trauer und Angst spĂŒren (da wird besonders viel Cortisol ausgeschĂŒttet, was diese riechen können.) und reagieren darauf. Dabei setzen sie ihre Mimik bewusst ein, um uns zu beeinflussen. Die in der “Scientific Reports” publizierte Studie bestĂ€tigt es: Der “Dackelblick” ist real. Hunde haben eine beachtliche Facette an GesichtsausdrĂŒcken, die sie nur bei der Interaktion mit Menschen zeigen. So versuchen sie wahrscheinlich mit uns zu kommunizieren und sich unserer Aufmerksamkeit sicher zu sein.

Gegenseitiges Oxytocin

Wenn wir Hunde streicheln, uns ihnen zuwenden und ihnen in die Augen schauen, wird das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschĂŒttet. Das stĂ€rkt die gegenseitige Bindung.  Eigentlich passiert das bei uns Menschen stĂ€ndig, wenn wir (gewollten) Körperkontakt haben (nicht mit fremden Menschen in der U-Bahn^^), oder auch wenn ein Baby von seiner Mutter gestillt wird. Die Mutter wendet sich dem Kind zu und umgekehrt, so steigen beide Oxytocinspiegel.

Das gleiche PhÀnomen gibt es auch zwischen Menschen und Hunden, haben Forscher aus Japan nun festgestellt. Sie stellten zudem fest, dass ein intensiver Mensch-Wolf Blickkontakt keinerlei Auswirkungen auf den Oxycotinspiegel hatte, selbst bei jenen, welche von dem Mensch aufgezogen wurden.

Hunde wĂŒnschen sich zudem eine harmonische Beziehung zu uns Menschen und keine RangkĂ€mpfe um ein Alphatier, wie frĂŒher behauptet wurde. Selbst freilaufende Hunde jagen nicht im Rudel und wenden sich eher den Menschen zu. Hundis lieben uns und wir lieben sie, unverstĂ€ndlich, wer einem Hund Leid antun und ihn einsperren kann. Das hat die Evolution nĂ€mlich nicht vorgesehen.

Anne-Marie Schiede
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