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Draußen sein statt Smartphone suchten: Wie man sich in seiner Freizeit wirklich erholt

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Es ist 17 Uhr, Zeit für den Feierabend. Wir checken noch schnell die Mails und tickern gleichzeitig eine WhatsApp ins Handy. Sind wir dann Zuhause angekommen, wird selbstverständlich zuerst jeder Social Media Kanal abgecheckt. Nebenbei läuft die Lieblingsserie. Irgendwann, nach langem Hin- und Herswitchen zwischen Facebook, YouTube und Serie gehen wir ins Bett, nicht bevor wir schnell noch etwas super-essentiell-für-mein-weiteres-Leben-mäßiges auf dem Tablet googlen müssen.

Und wieder haben wir einen ganzen Nachmittag damit verbracht, uns geistig “zuzumüllen”. Unter dem Vorwand der Erholung geben wir unserem Gehirn nur laue,  oberflächliche, aber dennoch nervige Unterhaltung und lassen ihm damit keine Chance, sich wirklich vom Alltagsstress zu befreien.

Wer sich in dem Text zu gut wiedererkennt, und findet, dass er wieder mehr “echte” Erholung benötigt, sollte weiterlesen.

Die anstrengende Flut an Informationen

Dank unbegrenztem WLAN und dem unerschöpflichem Wissen und den Informationen, die das Internet uns bieten, ist es heute einfacher denn je, ständige Neugier, Wissensdurst und einfach nur den Wunsch nach Unterhaltung zu befriedigen. Zudem werden permanent immer neuere News, immer süßere Katzenvideos oder immer lachenswertere Memes in dein internetnutzendes Blickfeld gefeuert. Klingt doch eigentlich gar nicht so schlimm, oder?

Wir sind einfach zu vielen Möglichkeiten der Mediennutzung ausgesetzt und springen ständig von der einen Neuigkeit zur Nächsten. Das Zu-Viel an Informationen kann unser Gehirn in dieser Fülle aber gar nicht sinnvoll nutzen. Zudem verzettelt man sich in dieser Alles-Gleichzeitig-Nutzung häufig in Details und verliert den Blick für das Ganze. Internetnutzung beansprucht hauptsächlich unser limbisches System. Dieses ist für Instinkte, Emotionen und Impulse verantwortlich. Für Gewöhnlich hat es mit unserem präfrontalen Kortex, der Planung, Kontrolle und bewussten Willen steuert, ein ausgewogenes Verhältnis, welches durch die ständige Nutzung der Medien massiv gestört wird. Unsere Aufmerksamkeit ist nicht dafür ausgerichtet, so viele Informationen auf einmal zu verwalten und gleichzeitig alles nur oberflächlich bearbeiten zu können. Unser Arbeitsgedächtnis wird ständig überlastet. Sind wir dauerhaft diesem Informationsstress ausgesetzt, kommt es zu Konzentrationsschwierigkeiten und Arbeiten im Flow wird nicht möglich. Doch nur echte, konzentrierte und tiefe Beschäftigung mit einem Thema führt zu dem befriedigenden Flow-Gefühl. Außerdem sorgen ständige Unterbrechungen, dass wir zusätzlich sehr lange für unsere Aufgaben brauchen.

Zeitverschwendungsfail

Wer häufig unbewusst sein Smartphone benutzt, sobald er eine freie Minute hat, “müllt” sich also nur unnötig den eigenen “Arbeitsspeicher” voll. Jeder Facebookpost der Freundin über den tollen Urlaub, jedes Waschbär-isst-genüsslich-Pflaumen-und-sieht-dabei-unfassbar-süß-aus-Video und jede News alà Diebe in Australien stehlen eine Riesen-Mango, ist eine Information zu viel! 🙂  Am Schlimmsten ist es, wenn wir dazu Multitasking betreiben: Mails checken UND telefonieren, während man seine Lieblingsserie guckt, ist in jedem Fall zu viel. Fail für dein Gehirn, dass maßlos überfordert ist, ob der schier unmöglichen Flut an Informationen und selbstverständlich auch, weil du eigentlich auf nichts wirklich deine volle Aufmerksamkeit richtest.

Auch mal weg vom Bildschirm-Nonsense

Achtsamkeit ist hier super und der Lösungsweg, um dem ganzen Zirkus zu entkommen und sich mal wieder, wenigstens geistig “zu erden”. Es bedeutet, sich wahrhaftig mit dem Jetzt zu beschäftigen, mit dem was ist. Um etwas mehr Achtsamkeit in Ihr Leben einzubauen, kann es schon reichen, sich immer wieder zu fragen, was Sie JETZT gerade tun, dieser Tätigkeit die volle Aufmerksamkeit schenken und erst DANACH die nächste Tätigkeit aufnehmen. Wenn Sie also wirklich und wahrhaftig ein Video über die außerordentliche Niedlichkeit eines Pflaumen-essenden-Waschbärs sehen wollen: Sehen Sie es und genießen Sie jede Sekunde davon! Feiern Sie dieses süße Video. Danach ist Ihr Bedarf an Niedlichkeit für den Tag bestimmt gedeckt. 🙂

Versuchen Sie sich immer wieder bewusst zu machen, dass Sie den Dingen mit denen Sie sich beschäftigen, Ihre volle Aufmerksamkeit schenken und nicht mehrere Sachen auf einmal erledigen, auch wenn es wirklich verlockend ist.  Machen Sie Ihrem überstressten Gehirn Zugeständnisse, indem Sie ab und zu Medien wie TV, Radio und Laptop ausschalten und sich stattdessen mit ihren Gedanken beschäftigen. Kochen, Telefonieren und den Schrank Kondo-mäßig auszumisten funktionieren nämlich auch mal ohne Hintergrundbeschallung.

Echte Erinnerungen sammeln

Zum achtsamen Alltag gehört es auch, nicht immer nur pausenlos von A nach B zu hetzen. Stattdessen sollten Sie so oft es geht auch mal innehalten in dem, was Sie tun. Nehmen Sie bewusst wahr, wo Sie sich gerade befinden. Hören Sie die Geräusche, inhalieren Sie alle Gerüche und viele Kleinigkeiten der Umgebung   bewusst und aufmerksam. Kleinigkeiten, wie die Blätter einer Büropflanze, eine pickende Taube auf dem Gehsteig oder das Zwitschern der Vögel vor dem Bürofenster, nehmen wir das erste Mal bewusst wahr, überraschend entspannend und aufmunternd. Haben wir dagegen immer unser Smartphone im Gesicht, um uns bloß nicht mit dem echten Leben um uns herum zu beschäftigen, verpassen wir einfach alles, was echte Erinnerungen ausmachen!

Da Erinnerungen und Erlebnisse das sind, was uns ausmacht und uns unser ganzes Leben begleiten, ganz im Gegensatz zum x-ten Smartphone oder dem Urlaubsselfie für Facebook und den vielen anderen oberflächlichen Mango-Neuigkeiten,  sollten wir tunlichst dafür sorgen, möglichst viele von ihnen zu sammeln – und zwar draußen in der echten Welt, mit echten Menschen kommunizieren und die Natur genießend.

Einfach mal raus – ohne Smartphone!

Ziehen Sie der permanenten Überreizung häufiger den Stecker und zwar radikal- und gehen zum Beispiel ohne Smartphone raus in den Wald! Oder an den See. Hauptsache Sie machen einige Zeit nichts anderes, als ins Grüne zu starren und sich von Vögelchen, Geplätscher und Co. berieseln zu lassen. Die Natur erwartet weniger von uns, unserer Aufmerksamkeit und dem Arbeitsgedächtnis, als eine U-Bahn-Fahrt in der Großstadt. Da wir ursprünglich aus der Natur kommen, sind unsere Sinneszellen auf die feine, ruhige und harmonischere Natur auskalibriert. Und nun ballern wir unser sensibles Gehirn mit Straßenlärm, künstlichem Licht und Dauer-Informationsfluss zu. In der Natur gibt es diesen Reiz-Overkill nicht und so entspannen wir dort auch sofort und können abschalten.

Luft als Medizin

Die Luft in natürlicher Umgebung ist wesentlich heilsamer für uns, als unsere “Stadtluft”. Man hat beobachtet, dass Puls und Blutdruck sich beruhigen, hält man sich einige Zeit im Wald auf. Die Luft von Nadelwäldern enthält bestimmte Chemikalien, die Phytoncide. Atmen wir diese ein, sorgen Sie für ein stärkeres Immunsystem. Wer im Wald spazieren geht, senkt seinen Adrenalin- und Cortisolspiegel. Stress verpufft einfach, die Stimmung hebt sich und das Selbstwertgefühl steigt (auch laut einer Studie).

Bäume umarmen ist gesund – kein Scherz!

Waldbaden ist schon lange ein wirksames Mittel, um psychische und körperliche Leiden zu lindern. Besonders beliebt und erfreulicherweise effektiv, ist das Umarmen eines Baumes! Suchen Sie sich einfach einen Baum aus, der Ihnen gefällt und umarmen Sie ihn. Atmen Sie ruhig, beginnen Sie zu entspannen und versuchen Sie das Gefühl, sich ein bisschen albern vorzukommen, zu ignorieren :). Es lohnt sich! Durch den Baumkontakt atmen Sie eine große Menge ätherischer Öle ein. Außerdem haben Sie ausnahmsweise auch mal wieder Kontakt zu hochfrequenzstrahlungsfreien Dingen.

Einen Hund mitnehmen

Hunde lösen bei uns Menschen das Vertrauenshormon Oxycotin aus, wenn wir sie streicheln und uns mit ihnen beschäftigen. beim Waldspaziergang profitieren beide. Wer keinen eigenen Hund hat, sollte es vielleicht mal als Hundesitter versuchen, oder sich als Hunde-Gassigeher im Tierheim berechtigen lassen. So lassen sich die grauen Zellen nach einem anstrengenden Tag wirklich wieder aufladen. Schlafstörungen verschwinden, die Konzentrationsfähigkeit wird verbessert und Stress wird abgebaut. Und dein Kopf wird mit Sicherheit wieder effektiv und wahrhaftig “entmüllt”. Und ganz vielleicht ist danach dann ja auch noch Platz für ein exklusives Waschbär-Video. 🙂

Anne-Marie Schiede
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