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Yoga: Was bringt es wirklich?

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Der Trendsportart Yoga wird ja einiges nachgesagt: Sie soll Schmerzen vertreiben, die Nerven beruhigen,  Schlaf und Stimmung verbessern und sogar bestimmte Gene ausschalten, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind. Es klingt beinahe zu fantastisch, um empirischer Überprüfung standzuhalten. Erstaunlicherweise gibt es viele seriöse Studien, die eben diese Wirksamkeit bestätigen. Besonders für den “modernen” Menschen in der westlichen Welt, kann Yoga als omnipotenter Schutz vor sämtlichen Zivilisationskrankheiten dienen. Um die innere Balance zu bewahren und Stressresistenz zu fördern, begeben sich immer mehr Menschen auf die Matte. Doch was bringt Yoga wirklich?

Was ist Yoga?

Yoga stammt ursprünglich aus Indien und bezeichnet Praktiken, bei denen Körper- und Entspannungsübungen miteinander verbunden werden. Die Kombination bewusster Atmung und Körperübungen sind Hauptbestandteil der Praktiken. Auch Meditation ist häufig ein wichtiger Aspekt. Ursprünglich enthält Yoga viele komplexe Lehren und Philosophien zur Entwicklung der Persönlichkeit und beschränkt sich nicht nur auf die praktischen Übungen. Im Gegensatz zum klassischen indischen Yoga, werden bei uns aber eher ganzheitliche Konzepte verfolgt, bei denen Körper und Psyche in Einklang gebracht werden sollen. So ist Yoga für uns im medizinischen Bereich und vor allem bei psychosomatischen Beschwerden interessant.

Was kann Yoga?

Wirkungen auf die Psyche

Viele Studien haben sich mit der Wirksamkeit von Yoga befasst. Eine Metaanalyse konnte zeigen, dass Yoga bei psychischen Störungen spezifische Symptome bekämpfen kann. Besonders das Hatha-Yoga, welches sowohl Körperübungen als auch das bewusste Atmen und Meditationselemente vereint, zeigt hier die heilsame Wirkungen. Durch die Entspannung des Körpers und das Fokussieren auf psychische Entspannung, können sich Körper und Psyche wieder ins Gleichgewicht “einpendeln”. Die Wirkungsweise der Übungen beruht auf der Verringerung von bestimmten Stresshormonen wie Cortisol. Gleichzeitig steigen Serotonin und Melatonin. Ersteres ist ursächlich für  unser Wohlbefinden, während Melatonin den Schlaf-Wach-Rythmus steuert. Wer regelmäßig Yoga praktiziert, berichtet zudem auch über mehr Selbstsicherheit, Zufriedenheit und ein geringeres Stressempfinden. Auch arbeitsbedingter Stress kann durch Yoga wirksam bekämpft werden, wie in einer Studie aus Taiwan erfolgreich gezeigt wurde wurde.

Wirkung auf molekularer Ebene

Eine Osloer Studie konnte nachweisen, dass das Praktizieren von Yoga einen Effekt auf die Genexpression hat, also die Herstellung all jener Proteine und Moleküle, deren Bauplan über unsere DNA verschlüsselt werden und die unser Körper ständig für sämtliche Körpervorgänge benötigt. Besonders das Immunsystem profitierte vom Yoga. Es sorgte für die Stärkung bestimmter, für die Infektionsbekämpfung zuständen Blutzellen. Zudem weisen andere Ergebnisse darauf hin, dass entzündliche Prozesse  durch eine Verringerung der Genexpression bestimmter Entzündungsmediatoren begrenzt werden: Es gibt Befunde, nach denen regelmäßige Yogapraxis dafür sorgt, dass die durch Stress ausgelöste Produktion eines entzündungsfördernden Moleküls (KappaB oder NF-kB) eingedämmt werden kann. Dies ist besonders relevant in Hinblick auf die Verhinderung bestimmter Zivilisationskrankheiten, psychischen Erkrankungen und Krebs. Haben wir nämlich permanent zu viel NF-kB im Körper, erhöht sich das Risiko zu erkranken  und der Alterungsprozess geht schneller voran.

Meditation verlangsamt den Alterungsprozess des Gehirns

Regelmäßige Yoga- und Meditationspraktiken haben einen Einfluss auf unser Gehirn, besonderes wenn es um kognitive Leistungen geht. Zudem wird der Alterungsprozess verlangsamt, indem diese die Länge unserer die Zellen schützenden Telenomere erhalten können. Telenomere sind die “Enden” unserer Chromosomen und stabilisieren diese. Durch viel und dauerhaften Stress verkürzen die Telenomere. Hier sind Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin beteiligt, weshalb eine gesunde Ernährung, Bewegung und andere dopamin- und serotoninfreundlichen Maßnahmen wie eben Yoga und Meditation zu einer Verlangsamung der Telenomerverkürzung beitragen können. Erreicht die Telenomerlänge nämlich ein kritisches Minimum, kann sich die betreffende Körperzelle nicht mehr teilen und stirbt ab. So kommt es zur Alterung im weitesten Sinne.

Erhöhte Produktivität am Arbeitsplatz

Wer regelmäßig Yoga praktiziert, kann laut einer weiteren Studie um Ned Hartfield aufgrund vermindertem Stressempfindens, weniger Rückerschmerzen und der Erhöhung des psychischen Wohlbefindens, viel produktiver am Arbeitsplatz durchstarten. Yoga verbessert all diese, die Produktivität am Arbeitsplatz gefährdenden Faktoren nämlich effektiv.

Stimmungsaufhellend und konzentrationsverbessernd

Ein weiteres Therapiefeld, welches Yoga abdeckt, ist die Beeinflussung unserer GABA-Konzentration und in diesem Zusammenhang auch Angstempfinden, unsere Stimmung und Konzentrationsfähigkeit. GABA (Gamma-Amino-Buttersäure) sorgt dafür, dass wir weniger Angst empfinden und uns wohl fühlen. So verbessern sich nach regelmäßig durchgeführten Yogaübungen über 12 Wochen hinweg sowohl die Stimmung und sogar die Konzentrationsfähigkeit. Ängste verringern sich nachweislich.

Yoga kann Einiges. Besonders wenn es um die Prävention bestimmter seelischer und körperlicher Leiden geht, sollte neben gängigen Bewegungs- und Entspannungsempfehlungen auch Yoga als Maßnahme miteinbezogen werden. Aber auch im Rahmen einer krankheitsbedingten Therapie scheinen Yogapraktiken sehr erfolgsversprechend. So können Angstpatienten mit zusätzlichen Yogaübungen, ihre Angstzustände verringern und Schmerzpatienten profitieren durch eine Verringerung der Schmerzen ebenso. Daher: Rollen Sie Ihre Yogamatte aus! Auch 10 bis 20 Minuten täglich können ausreichen, um nachhaltige postive Effekte zu erzielen.

Anne-Marie Schiede
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