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Teamarbeit: Von der Mammutjagd zum Teambuilding

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Der Mensch ist ein Herdentier, das ist wohl kaum zu bestreiten. Ob nun auf Facebook und Instagram, im Sportverein oder im Büro: ständig vernetzen wir uns, tauschen uns aus und suchen Kontakt, Bestätigung und Nähe. Es scheint uns gewissermaßen im Blut zu liegen. Auch im Job ist das Team in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Einzelkämpfer sind out, die Arbeit in einem gut abgestimmten Team gilt als effektiver, schneller und angenehmer. Für die richtigen Voraussetzungen für erfolgreiche Teamarbeit soll das sogenannte Teambuilding sorgen. Gemeinsame Ausflüge, Übungen und Gespräche: Es gibt unterschiedlichste Arten, Teambuilding zu betreiben. Das Ziel ist immer die Stärkung des Teamgeistes.

Bild von fröhlicher Menschengruppe

Schauen wir uns also mal an, wieso der Teamgeist dem Menschen so wichtig ist und wie es dazu kam, dass diesem der ganze Bereich des Teambuildings gewidmet wurde. Das geht am besten durch einen Blick über die Schulter, in die Vergangenheit.

Die Wurzeln der Teamarbeit

Die Arbeit in Teams gibt es schon, seit es die Menschheit gibt. Die Verantwortung dafür trägt die Evolution. Auf gewisse Art und Weise liegt es uns also wirklich im Blut. Im Team hatten die Menschen schlicht und einfach bessere Überlebenschancen. In der Steinzeit war die Jagd weniger gefährlich, wenn die Jagenden nicht alleine unterwegs waren, die Kälte erträglicher, wenn eine Gruppe sich gegenseitig wärmen konnte. Eine Jeder-gegen-Jeden-Mentalität wäre wohl tödlich gewesen. Letztendlich sorgte also der Kampf ums Überleben für Herausforderungen, die nur gemeinsam bestanden werden konnten.

Teambuilding- Maßnahmen heutzutage machen sich diesen Ansatz zunutze, indem sie Herausforderungen simulieren. Obwohl also jetzt bei der Flucht aus dem Escape-Room und nicht bei der Mammutjagd die Zusammenarbeit geübt wird, bleibt das Prinzip das gleiche.

Alte Höhlenmalerei

Aliens? Teamarbeit!

Auch die große Bedeutung von Teamarbeit bei komplexen Projekten wurde früh erkannt. Bauwerke wie die Pyramiden von Gizeh oder Stonehenge faszinieren die Menschen bis heute. Die Einen halten sie für das Werk von Aliens, die Anderen für geheime Ritualstätten. Forscher und Forscherinnen halten sie für das Ergebnis disziplinierter Zusammenarbeit. Für Planung und Bau muss eine hohe Zahl von Menschen an einem Strang gezogen haben.

Stonehenge

Im Mittelalter lässt sich vor allem gut beobachten, wie kleinere Gruppen ihr inneres Gemeinschaftsgefühl stärkten. Die Ständegesellschaft und religiöse Konflikte sorgten für eine Spaltung der Gesellschaft. Der “Teamgeist” der einzelnen Parteien profitierte jedoch davon. Ein gemeinsamer Feind schweißte zusammen. Einen ähnlichen Effekt kann es haben, wenn du mit deinen Kollegen und Kolleginnen heute gemeinsam vor einem Problem stehst.

In der Neuzeit und vor allem mit der industriellen Revolution brachen harte Zeiten für die Teamarbeit an. Die Produktion von Gütern wurde angekurbelt. Leistung und Produktivität mussten sich steigern, als der Wettbewerb zur treibenden Kraft wurde. Im Schatten der rauchenden Schornsteine verlor der einzelne Mensch an Bedeutung. Zusammenarbeit war nicht mehr so gefragt. Maschinen begannen, den Menschen die Arbeit abzunehmen. So waren in den verrußten Fabriken am Fließband die Personen rechts und links nur wenig interessant.

Hawthorne und Human-Relations

Ab den späten 1920er und frühen 1930er Jahren rückte der Mensch wieder stärker in den Vordergrund. Auslöser dafür waren vor allem die sogenannten Hawthorne-Studien, die die Harvard-Professoren Mayo und Roethlisberger in den Hawthorne-Werken durchführten. Die sollten eigentlich überprüfen, wie Arbeitende auf unterschiedliche Umweltbedingungen wie veränderte Beleuchtung reagierten. Aber die Ergebnisse waren unerwartet: am wichtigsten für die Leistung der Beschäftigten waren die menschlichen Faktoren. Der Arbeitende wünscht sich eine Verbindung sowohl zu seinen Mitbeschäftigten als auch zur Arbeit, die er leistet. Selbst eine höhere Bezahlung hat nicht denselben motivierenden Effekt.

Die sogenannte Human-Relations-Bewegung entstand. Diese stellt das Wohlbefinden der Arbeitnehmer und -nehmerinnen und emotionale und soziale Aspekte in den Vordergrund, um die Leistung zu steigern. Mit ihr begann die Entwicklung hin zu immer mehr Teamarbeit.

Der Begriff des „Teams“ wurde 1955 von Jacob Marschak geprägt, der als Begründer der Teamtheorie gilt. Diese beschäftigt sich mit der Arbeitsteilung in Gruppen. Zahlreiche Untersuchungen zu Vor- und Nachteilen der Teamarbeit folgten, und bis heute streiten sich Verfechter und Gegner, auch weil unterschiedliche Untersuchungen teilweise gegensätzliche Ergebnisse liefern. Mit der trotz allem wachsenden Beliebtheit von Teamwork gewann jedoch schließlich auch das Teambuilding an Wichtigkeit.

Modernes Teamwork

Mit Spiel und Spaß den Teamgeist stärken

Heute gibt es unzählige Möglichkeiten, Teambuilding zu betreiben. Chefs und Chefinnen haben eine riesige Auswahl an Maßnahmen, immer an das Ziel angepasst, das sie im Team erreichen wollen. Will man das Vertrauen steigern, gibt es Spielideen und Gesprächsrunden, soll der Teamgeist gestärkt werden, geht´s ab in den Kletterwald. Du siehst also, der Aufwand ist enorm. Und das obwohl es immer noch eine hitzige Diskussion gibt, ob Teamarbeit denn nun wirklich die Produktivität steigert.

Tatsache ist, dass die Teamarbeit heutzutage in vielen modernen Betrieben eine wichtige Rolle spielt. Was schon unsere frühesten Vorfahren wussten, scheint auch bei uns wieder langsam ins Bewusstsein zu dringen: Gemeinsam ist man stark. Zumindest mit den richtigen Teambuilding-Maßnahmen.

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