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Tabuthemen im Büro: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold?

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Pünktlichkeit ganz großschreiben, immer freundlich grüßen und den Streit unter Kollegen diplomatisch lösen. Bei den verschiedenen Umgangsformen im Büro gibt es so einiges zu beachten: Was du sagen solltest, wie du es sagen solltest… Aber was ist eigentlich mit den Sachen, die du nicht sagen solltest? Gibt es Tabuthemen im Büro, von denen du generell die Finger lassen solltest? Das versuchen wir hier mal herauszufinden!

Was zu den Tabuthemen zählt und was nicht, unterliegt natürlich auch immer einer sehr subjektiven Sichtweise. Dem Einen ist praktisch gar nichts peinlich und er erzählt fröhlich und offen von privatesten Dingen, während es der Anderen schon bei dem Gedanken schaudert, auf der Arbeit beim Smalltalk ein wenig über sich preisgeben zu müssen. Es ist also nicht immer möglich, etwas eindeutig als Tabuthema zu betiteln. Trotzdem lassen sich ein paar Themen festlegen, über die Gespräche im Büro grundsätzlich zumindest mit Vorsicht zu genießen sind.

Zu manchen Themen schweigst du besser

Politik

Wo politische Statements etwas zu suchen haben und wo nicht, bietet zum Teil selbst genauso viel Diskussionsstoff wie die ein oder andere politische Ansicht. Klar ist: Politische Meinungen, die auseinandergehen, können für hitzige Diskurse sorgen und so nicht selten Unfrieden stiften. Es ist also durchaus sinnvoll, sich mit Meinungsäußerungen dahingehend zumindest auf der Arbeit zurückzuhalten, besonders gegenüber Mitbeschäftigten, zu denen du kein enges Verhältnis hast. Da ist das Konfliktpotenzial einfach zu groß. Dennoch muss Politik nicht unbedingt in jedem Kontext tabu sein: Hier liegt es auch an dir, das Verhältnis zu Mitarbeitenden und die Arbeitsatmosphäre richtig einzuschätzen. Wird sich bereits mit dem Chef schon angeregt über die nächste Wahl unterhalten? Dann solltest auch du dich unbesorgt beteiligen können. Was jedoch immer tabu ist: Der Versuch, anderen die eigene Ansicht aufzuzwingen.

Lästereien

Der zweite Punkt auf unserer Liste ist vielleicht der, dem am deutlichsten das Label „Tabuthema“ gegeben werden kann. Über Mitarbeitende hinter ihrem Rücken schlecht zu reden schadet dem Arbeitsklima und macht dich unsympathisch. Im schlimmsten Fall trägst du damit zu Mobbing bei, das ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit der betroffenen Person hat. Also: Selbst wenn du dich einmal über deinen Schreibtischnachbarn ärgerst, atme tief durch und behalte es für dich. Wenigstens solange, bis du Zuhause bist.

Lästern ist tabu

Religion

Für die Religion gilt sehr Ähnliches wie für die Politik. Menschen sind oft extrem überzeugt von ihren religiösen Ansichten und das Thema ist emotional aufgeladen. So entstehen schnell Streitigkeiten. Deswegen gilt auch hier: Religiöse Überzeugungen sollten auf keinen Fall leichtfertig diskutiert werden und wenn das Thema nicht natürlich im Gespräch aufkommt, muss es auch nicht aufgebracht werden. Religion ist ein sehr persönliches Thema und du bist jemandem genauso wenig Rechenschaft für deinen Glauben schuldig, wie du jemand anderen dazu drängen kannst, seinen eigenen offenzulegen. Gegen einen von allen Gesprächsteilnehmern gewollten, respektvollen Austausch spricht aber auch im Büro nichts.

Beziehungsprobleme

Kommen wir nun zu einem etwas harmloseren Thema. Es bietet vielleicht nicht ganz so viel Zündstoff für Streit, sollte aber trotzdem vom Arbeitsplatz ferngehalten werden, denn sonst wird es für die Mitarbeitenden schnell anstrengend oder unangenehm. Wir sprechen von privaten Beziehungsproblemen. Wenn dein Kollege nicht gerade zufällig dein bester Freund ist, haben die im Büro-Smalltalk erst einmal nichts zu suchen. Probleme in der Beziehung sind meistens zu privat, um sie auf der Arbeit diskutieren zu können, ohne das Gegenüber in die unbehagliche Lage zu bringen, für eine völlig unbekannte Situation Ratschläge erteilen oder Mitleid zeigen zu müssen. Deshalb gehört auch der schiefhängende Haussegen zu den Tabuthemen im Büro.

Ein gebrochenes Herz sollte besser außerhalb des Büros diskutiert werden

Krankheiten

Erkrankungen sind im Büro immer ein heikles Thema. Grundsätzlich sind sie eine Privatsache und gehen nur dich selbst etwas an. Viele Menschen begleitet außerdem die Angst, ihre Karriere auszubremsen, wenn sie eine Krankheit offenlegen. Leider ist diese Sorge in vielen Fällen nicht ganz unberechtigt. Besonders psychische Erkrankungen sind oft stigmatisiert und Betroffene werden als weniger belastbar und verlässlich oder „instabil“ wahrgenommen. Deswegen ist Vorsicht geboten. Behalte eventuelle Erkrankungen zumindest in Gesprächen mit Mitarbeitenden grundsätzlich für dich. Auch Chef oder Chefin gegenüber hast du nicht die Pflicht, über deinen persönlichen Gesundheitszustand zu informieren, außer, deine Erkrankung beeinflusst die Arbeit ganz konkret. Das Fazit zum Thema Krankheiten lautet also: Ein Tabuthema, das vielleicht eigentlich gar keines sein sollte.

Tabu oder kein tabu?

Du siehst, viele Themen befinden sich in einer Art Grauzone. Das meint, dass auch von dir immer ein gewisses Maß an Takt- und Feingefühl gefordert ist, deinen Arbeitsplatz und die Situation richtig einzuschätzen. Grundsätzlich kann über das meiste gesprochen werden, wenn es auf eine richtige und respektvolle Art geschieht. Wenn du dir jedoch unsicher bist, solltest du um die fünf oben beschriebenen “Tabuthemen” im Büro lieber einen Bogen machen.

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